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Coronavirus: Drohnen überwachen in einigen Staaten Ausgangssperren

DJI DohnenEs ist ein Bild, das in Deutschland tatsächlich undenkbar wäre – auch in Zeiten der Pandemie. Drohnen fliegen über einen Park und spüren mit Hilfe von Wärmebildkameras Personen auf, die gegen die Ausgangssperren verstoßen. Diese werden anschließend direkt aus der Luft über die Drohne angesprochen und ermahnt, sich an die geltenden Regeln zu halten. Inzwischen sind eine ganze Reihe der Ausgangsbeschränkungen in fast ganz Europa längst deutlich zurückgefahren worden. Doch die Frage, was technisch alles möglich ist und inwieweit die neu gewonnenen Möglichkeiten staatlicher Überwachung auch weiterhin genutzt werden könnten, bleibt natürlich.

Datenschützern ein Dorn im Auge – für Ordnungshüter eine gute Sache

Coronavirus: Drohnen überwachen in einigen Staaten AusgangssperrenDie Drohnen in der Luft, die für die Sicherheit am Boden sorgen sollen, sind aus Sicht vieler Ordnungshüter eine wirklich gute Sache. In Belgien, Frankreich oder England beispielsweise wurden und werden Drohnen eingesetzt, um Corona-Sünder ausfindig zu machen, und zur Ordnung zu rufen. Das bringt natürlich für die Polizei und Mitarbeiter der örtlichen Ordnungsämter eine Menge Vorteile mit sich. Für Datenschützer hingegen ist die Drohnenüberwachung ein ganz heißes Thema.

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Denn bei einer solchen flächendeckenden Überwachung kann im Prinzip jeder Bürger durch den Staat problemlos ausgespäht werden. Was natürlich in Zeiten der Krise ein echter Vorteil ist – das schnelle Entdecken von Verstößen und die Möglichkeit, den Betroffenen direkt anzusprechen ohne das dabei ein persönlicher Kontakt entsteht – sorgt ohne die Krise im Blick eher für Befremden. Denn in Deutschland wünscht man sich vor allem eines: eine Menge Privatsphäre. Traditionell ist das Thema Datenschutz in Deutschland deutlich höher aufgehängt als in den meisten anderen europäischen Ländern. Über den Sinn oder Unsinn der „Überwachungsphobie“ der Deutschen, lässt sich trefflich streiten. Sie gehört aber nun einmal zur deutschen Realität.

Die wichtigsten Drohnentypen auf einen Blick
Drohnentyp Eigenschaften
Tricopter
  • drei Motoren
  • sehr leicht und wendig
  • eher für erfahrene Piloten
Quadrocopter
  • vier Motoren und damit eine hohe Flugstabilität
  • Drohne für Einsteiger und Fortgeschrittene
  • Bereits stark genug, um leichte Gegenstände und hochwertiges Kameraequipment zu tragen, aber leicht genug um problemlos transportiert zu werden
Hexacopter
  • Drohne mit fünf Motoren
  • Besonders stabil in der Luft
  • Selbst beim Ausfall eines Motors besteht keine Absturzgefahr
  • Vergleichsweise schwer im Abfluggewicht
  • Nicht so wenig, wie der Quadrocopter beispielweise
  • Schon für den Transport schwererer Lasten geeignet
Octocopter
  • Acht Rotoren mit zugehörigen Motoren geben dem Octocopter eine unglaubliche Sicherheit in der Luft
  • Sehr schwere Drohne, die in der Regel überwiegend professionell genutzt wird
  • Perfekt geeignet für den Transport von Gegenständen

Was wird nach der Krise?

Die bange Frage, die sich viele Datenschützer dieser Tage stellen, ist vor allem die nach der Zeit danach. Wenn die Krise einmal vorbei ist und keine neuen Ausgangsbeschränkungen mehr anstehen bzw. der persönliche Kontakt zwischen Ordnungshütern und Menschen auf freien Plätzen wieder problemlos möglich ist. Wird dann die flächendeckende Überwachung, wie manche Länder sie im Rahmen der Krise eingeführt haben, wieder aufgehoben? Werden die Drohnen, die für viel Geld von den führenden Drohnenherstellern Europas und der ganzen Welt geordert wurden, wirklich im Schrank verstauben oder gar einem anderen sinnvollen Zweck zugeführt? Oder wird die klassische Polizeipräsenz bei größeren Veranstaltungen nach und nach durch eine zunehmende Drohnenpräsenz ersetzt?

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Natürlich – aus der Luft lassen sich Entwicklungen und Geschehnisse besser überblicken als vom Boden. Außerdem kann man so das Geschehen im Blick haben, ohne direkt Polizeibeamte in einen Brennpunkt schicken zu müssen. Nur bei Bedarf könnte man dann eine entsprechende Anzahl Polizisten an die Stelle schicken, an der über die Kamera an der Drohne eine Eingriffsnotwendigkeit festgestellt wurde. Das Problem dabei: Das fortlaufende Filmen, beispielsweise friedlich demonstrierender Menschen, und die Speicherung der Bilder verstößt gegen deutsches Datenschutzrecht und gegen das Recht die in Deutschland geltenden Persönlichkeitsrechte.

Schon gewusst? Nicht umsonst verzeichnen die großen Drohnenhersteller weltweit einen erheblich gesteigerten Umsatz in den ersten Monaten der Krise. Das liegt nicht nur an staatlichen Kaufprogrammen. Auch viele Privatpersonen haben sich in den letzten Wochen mit hochwertigen Drohnen eingedeckt. Denn in Zeiten, in denen andere Hobbys nur bedingt ausgeführt werden können, kann der Flug mit der Kameradrohne über eine FPV-Brille zu einem atemberaubenden Erlebnis werden, von dem Sie bestimmt nie genug bekommen werden.

Vor- und Nachteile der Überwachung von Ausgangssperren durch Drohnen

Wie alles im Leben hat auch die Drohnenüberwachung von verhängten Ausgangssperren im Rahmen der Corona Pandemie ihre Vor- und Nachteile. Die wichtigsten Punkte haben wir hier einmal für Sie zusammengefasst.

  • die Überwachung kann ohne direkten Kontakt zwischen Ordnungshütern und Privatpersonen erfolgen
  • aus der Luft hat die Polizei einen deutlich besseren Überblick
  • dank Wärmebildkamera lassen sich auch Personengruppen, die sich unter Bäumen „verstecken“ leicht auftreiben
  • ein großes Areal kann von einer kleinen Anzahl von Beamten im Auge behalten werden
  • dank Videoaufnahmen ist auch die Verfolgung von Rechtswidrigkeiten sehr leicht
  • von Datenschützern (besonders in Deutschland) werden erhebliche Bedenken in Sachen Datenschutz und Persönlichkeitsrechte geäußert
  • eine generelle großflächige Überwachung ermöglicht den schleichenden Gang hin zum Überwachungsstaat

Bildnachweise: Adobe Stock / Naypong Studio, Amazon / DJI

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